Ein frisch gestochenes oder auch ein jahrealtes Ohrloch reinigen – das gehört zur Ohrring-Pflege dazu, wird aber oft unterschätzt. In meiner Werkstatt in Freital bei Dresden höre ich immer wieder die gleichen Fragen: Wie oft? Womit? Und was mache ich, wenn es plötzlich juckt oder brennt? Hier meine Antworten.
Warum regelmäßiges Reinigen so wichtig ist
Unsere Ohrläppchen sind erstaunlich empfindlich. Talg, Hautschüppchen, Reste von Shampoo oder Parfüm sammeln sich rund um den Stichkanal – und genau dort, wo der Ohrstecker sitzt, entsteht ein perfektes Milieu für kleine Entzündungen. Wer sein Ohrloch regelmäßig reinigt, beugt genau dem vor.
Bei frisch gestochenen Ohrlöchern ist die Pflege ohnehin Pflicht, meist über sechs bis acht Wochen. Aber auch bei alten, längst verheilten Löchern lohnt sich eine kleine Routine. Ich erlebe in der Werkstatt oft, dass Kundinnen ihren Lieblings-Ohrstecker plötzlich nicht mehr tragen können, weil das Ohr gereizt reagiert – und in neun von zehn Fällen liegt es an mangelnder Reinigung, nicht am Material.
So reinige ich meine Ohrlöcher – Schritt für Schritt
Meine Empfehlung ist bewusst schlicht. Sie brauchen kein teures Spezialprodukt, sondern nur ein paar saubere Handgriffe:
- Hände waschen: Klingt banal, ist aber der wichtigste Schritt. Alles andere ist sonst umsonst.
- Ohrstecker vorsichtig drehen: Ganz sanft, damit sich Krusten lösen. Bei frischen Löchern nur mit sauberen Fingern.
- Reinigen mit Kochsalzlösung: Eine sterile Kochsalzlösung aus der Apotheke ist mein Favorit. Wattestäbchen eintauchen, den Bereich um das Ohrloch abtupfen – vorne und hinten.
- Trocken tupfen: Am besten mit einem frischen Kosmetiktuch. Handtücher aus dem Bad sind oft keimreicher, als man denkt.
- Ohrring wechseln oder reinigen: Silberne Ohrstecker gelegentlich mit einem weichen Tuch und etwas Seifenwasser säubern, gut abspülen, trocknen.
Alkohol, Wasserstoffperoxid oder Wundsalben rate ich ab. Sie reizen die Haut zusätzlich und stören die natürliche Heilung. Weniger ist hier tatsächlich mehr.
Wie oft sollte man das Ohrloch reinigen?
Bei frisch gestochenen Ohrlöchern zweimal täglich, morgens und abends. Bei verheilten Ohrlöchern reicht ein- bis zweimal pro Woche – am besten in Verbindung mit dem Duschen. Wer viel schwitzt, Sport treibt oder Haarprodukte benutzt, sollte etwas häufiger ran.
Und wenn es doch mal entzündet ist?
Ein leicht gerötetes, warmes Ohrläppchen ist meist harmlos. Ohrring drin lassen (sonst schließt sich der Kanal um die Entzündung herum), sanft mit Kochsalzlösung reinigen, ein bis zwei Tage beobachten. Wird es schlimmer, eitert oder pocht – dann bitte zum Arzt. Das ist kein Fall für Hausmittel.
Das richtige Material macht viel aus
Viele Ohrloch-Probleme sind in Wahrheit Materialprobleme. Modeschmuck mit Nickelanteil ist ein häufiger Auslöser. Ich arbeite in meiner Werkstatt ausschließlich mit echtem Silber 925 oder Gold – Materialien, die die Haut in aller Regel gut verträgt. Wer empfindliche Ohren hat, ist mit hochwertigen handgefertigten Ohrsteckern aus Silber deutlich besser beraten als mit günstiger Massenware.
Ein kleiner Tipp aus der Praxis: Wechseln Sie Ihre Ohrstecker öfter mal. Wenn ein Paar wochenlang ununterbrochen sitzt, bekommt der Stichkanal keine Luft. Zwei bis drei Lieblingspaare im Wechsel sind besser als ein einziges Dauerpaar.
Meine kurze Zusammenfassung
Ohrlöcher reinigen ist kein Hexenwerk. Saubere Hände, milde Kochsalzlösung, hochwertiger Schmuck – damit sind Sie schon sehr weit. Und wenn Sie sich unsicher sind, welches Material für Ihre Haut passt, kommen Sie gerne in meiner Werkstatt in Freital vorbei oder schreiben mir. Ich schaue mir Ihre Ohrringe an und finde mit Ihnen zusammen die passende Lösung.