Ohrringe reinigen: So bleiben sie schön und hygienisch

Wie oft Ohrringe reinigen – diese Frage höre ich in meiner Werkstatt in Freital fast täglich. Die ehrliche Antwort: öfter, als die meisten denken. Und einfacher, als Sie vermuten.

Die kurze Antwort aus der Werkstatt

Ohrstecker, die Sie täglich tragen, sollten einmal pro Woche gereinigt werden. Creolen und Hänger, die seltener zum Einsatz kommen, reichen alle zwei bis vier Wochen. Frische Ohrlöcher sind ein eigenes Thema – dazu gleich mehr.

Warum so regelmäßig? An Ohrsteckern sammeln sich Hautfette, Schweiß, Reste von Haarspray, Parfüm und abgestorbene Hautschüppchen. Das sieht man nicht sofort, riecht man aber manchmal. Und spürt es, wenn das Ohrloch gereizt reagiert.

Meine Pflege-Routine für Silberohrringe

Silber 925 läuft an. Das ist keine schlechte Qualität, sondern Chemie: Schwefel in der Luft reagiert mit dem Silber. Je öfter Sie Ihre Ohrringe tragen, desto weniger laufen sie übrigens an – der Körperkontakt hält sie blank.

So reinige ich Silberohrringe in meiner Werkstatt und empfehle es auch zu Hause:

  • Lauwarmes Wasser mit einem Tropfen mildem Spülmittel
  • Weiche Zahnbürste für die Rückseite und den Steckerstift
  • Mit klarem Wasser abspülen und mit einem fusselfreien Tuch trocknen
  • Bei stärkeren Anlaufspuren: Silberputztuch, kein Tauchbad bei Ohrringen mit Steinen

Finger weg von Zahnpasta – der Mythos hält sich hartnäckig, aber die Schleifpartikel sind für zarten Schmuck zu grob und hinterlassen auf Dauer feine Kratzer.

Gold und vergoldete Ohrringe

Echtes Gold ist pflegeleicht. Warmes Seifenwasser, weiche Bürste, abspülen, trocknen – fertig. Vergoldete Ohrringe behandeln Sie bitte sanfter: nur mit einem weichen Tuch abwischen, keine Bürste, keine Silberputzmittel. Die Vergoldung ist eine hauchdünne Schicht, die man sonst ungewollt wegpoliert.

Ohrlöcher gleich mitpflegen

Das vergessen viele: Nicht nur die Ohrringe, auch die Ohrlöcher brauchen Aufmerksamkeit. Einmal pro Woche nehme ich die Stecker heraus, reinige sie – und das Ohrläppchen gleich mit. Ein Wattestäbchen mit etwas Wasser durch den Kanal, sanft von vorne und hinten. Sie werden erstaunt sein, was da zum Vorschein kommt.

Reagiert ein Ohrloch gerötet oder juckt es? Dann liegt es selten am Material, sondern meist an mangelnder Hygiene oder an Verschlüssen, die zu fest sitzen. Hochwertige Ohrstecker aus Silber 925 oder Gold aus meiner Werkstatt sind nickelfrei und hautverträglich – auch für empfindliche Ohren.

Frisch gestochene Ohrlöcher

Hier gelten andere Regeln. In den ersten sechs bis acht Wochen bleiben die Erststecker drin und werden zweimal täglich mit Pflegelösung aus der Apotheke gereinigt. Erst wenn alles reizfrei verheilt ist, dürfen die Stecker gewechselt werden. Diese Geduld lohnt sich – ein gut verheiltes Ohrloch hält ein Leben lang.

Wo Sie Ihre Ohrringe aufbewahren

Zwischen den Reinigungen entscheidet die Aufbewahrung mit, wie lange Ihre Ohrringe schön bleiben. Trocken, dunkel, einzeln. Ein Schmuckkästchen mit Fächern oder weiche Stoffbeutel verhindern Kratzer. Und: Ohrringe immer erst nach dem Eincremen, Parfümieren und Haarestylen anlegen, nicht davor.

Wann die Werkstatt dran ist

Bei Ohrringen mit Perlen, empfindlichen Edelsteinen, Emaille oder Antik-Patina lohnt sich die professionelle Reinigung. In meiner Werkstatt in Freital bei Dresden sehe ich mir das Stück an, wähle die passende Methode und prüfe gleich die Verschlüsse mit. Besonders bei Erbstücken ist das sinnvoll – da ersetze ich keine Patina, die über Jahrzehnte gewachsen ist.

Regelmäßige Pflege zu Hause, einmal im Jahr ein prüfender Blick vom Fachmann – damit halten gute Ohrringe ein Leben lang.

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